Remarketing vs. Retargeting – die Unterschiede

Remarketing vs. Retargeting zur Kundenrückgewinnung
Autor: Harald Neuner // 8min

In den meisten Online-Shops trudeln täglich viele Besucher ein, stöbern durch die Kategorien und verlassen ihn wieder. Dass ein Interessent gleich beim ersten Mal etwas kauft, kommt sicher vor, ist aber selten. Aber keine Sorge: Diese potenziellen Kunden sind mitnichten verloren. Dafür sorgen gleich zwei smarte Techniken: das Remarketing und das Retargeting. Wollen Sie Ihre Conversion erhöhen, das Engagement Ihrer Zielgruppe fördern und deutlich mehr Kaufabschlüsse erzielen, indem Sie Nutzer, die bereits mit Ihrer Marke oder Ihren Produkten interagiert haben, erneut ansprechen? Zeit, sich Remarketing vs. Retargeting einmal näher anzusehen.

Gut zu wissen: Die Begriffe Remarketing und Retargeting werden oft synonym eingesetzt, haben jedoch zwei vollkommen unterschiedliche Ansätze und Ziele. Vor allem liegt der Unterschied in der Art und Weise, wie und wann Ihre Zielgruppen angesprochen werden.

Was ist Remarketing?

Unter Remarketing versteht man den Prozess, einen Besucher, der bereits eine bestimmte Aktion auf Ihrer Webseite ausgeführt hat, über verschiedene Kanäle hinweg mittels verschiedener Tools wie Marketing E-Mails erneut anzusprechen. Ein häufiges auftretendes Beispiel für Remarketing ist der Versand einer E-Mail, wenn der Kunde einen Artikel in seinen Warenkorb gelegt, aber den Kaufprozess nicht abgeschlossen hat. Das wiederum soll ihn dazu motivieren, den Shopping-Trip zu beenden.

Grafische Darstellung von einem Remarketing-Prozess

Welche Vor- und Nachteile hat Remarketing?

Vorteile von Remarketing:

  • Ansprache von Personen, die bereits eine Aktion ausgeführt, aber nicht beendet haben
  • hoher Grad an Personalisierung möglich
  • Möglichkeit, spezielle Rabatte oder Angebote anzubieten
  • Kanalübergreifende Interaktion
  • erhöhtes Engagement, da sehr zielgerichtet
  • kostengünstig, wie mit dem E-Mail-Versand

Nachteile von Remarketing;

  • auf eine kleine Personengruppe beschränkt
  • kann, zu übermäßig genutzt, aufdringlich wirken und einen negativen Eindruck hinterlassen
  • erfordert unter Umständen eine umfangreichere Datenanalyse und Content-Erstellung

Wann Remarketing einsetzen?

Grundsätzlich ist Remarketing immer dann erste Wahl, wenn Sie Kunden, die bereits etwas ausgeführt, aber nicht beendet haben, zum endgültigen Konvertieren animieren wollen. Remarketing eignet sich zur Stärkung der Kundenbindung durch personalisierte E-Mail-Kampagnen ebenso wie zur Reduktion von Warenkorbabbrüchen. Sie können Remarketing auch zum Cross-Selling und Upselling einsetzen oder sich Feedback und Bewertungen einholen.

Was meint Retargeting?

Das Retargeting konzentriert sich hingegen auf die Platzierung von Online-Werbeanzeigen über sogenannte Display-Netzwerke und spricht User an, die mit Ihrer Marke in Kontakt und Interaktion getreten sind. Ziel ist es, damit Besucher Ihres Online-Shops anzusprechen, die zwar auf Ihrer Seite waren, aber nicht konvertiert sind. In der Regel kommen dafür Cookies zum Einsatz, die sicherstellen, dass die Anzeigen erscheinen, wenn der User andere Webseiten besucht oder andere Apps aufruft. Mit den Inhalten, die auf dem basieren, was er sich in Ihrem Online-Shop angesehen hat, ist es das Ziel des Retargeting, ihn an Ihre Produkte und Marke zu erinnern und zu einem Kauf anzuregen.

Grafische Darstellung von einem Retargeting-Prozess.

Welche Vor- und Nachteile hat Retargeting?

Vorteile von Retargeting:

  • höhere Konvertierungsrate bei Anzeigen, da bereits ein Kontakt besteht
  • gezielte Ansprache und präzise Ausrichtung basierend auf dem Nutzerverhalten
  • Erhöhung der Sichtbarkeit
  • geringere Kosten pro Conversion als andere Werbeformen, da relevanter

Nachteile von Retargeting:

  • negative Wahrnehmung durch zu häufige Ausspielung
  • Misstrauen durch Tracking
  • beschränkte Reichweite
  • Ad-Blocker (Werbeblockern) können die Effektivität reduzieren
  • teuer bei großen Zielgruppen oder bei Schaltung von Premium-Werbung

Wann Retargeting einsetzen?

Einsetzen sollten Sie das Retargeting, um die Sichtbarkeit bei Personen zu erhöhen, die bereits Interesse an Ihren Produkten, Dienstleistungen oder Ihrer Marke gezeigt haben, aber keine Aktion durchgeführt haben. Zudem lässt sich die Marketingtechnik ideal nutzen, um die Conversion Rate zu steigern, da sie nur wirklich potenzielle Kunden ansprechen. Retargeting ist sehr zielgerichtet, sodass Sie zeitlich begrenzte Angebote oder spezielle Aktionen platzieren können. Ferner kommt es immer infrage, wenn Sie die Relevanz und Effektivität von Anzeigen durch eine geografische und verhaltensbasierte Kundensegmentierung erhöhen wollen.

Was sind die Unterschiede von Remarketing und Retargeting?

Der große Unterschied von Remarketing vs. Retargeting bezieht sich vor allem auf die Personen, die Sie ansprechen wollen.

Das Remarketing richtet sich an potenzielle Kunden, die bereits eine bestimmte Aktion auf Ihrer Webseite durchgeführt, aber möglicherweise nicht beendet haben. Diese erinnern sie an den Abschluss oder motivieren sie zu weiteren Aktionen, zumeist mittels E-Mails. Es können aber auch weitere Kanäle genutzt werden.

Beim Retargeting sprechen Sie hingegen Personen an, die mit Ihrer Marke interagiert, aber noch keine weiteren Aktionen durchgeführt haben. Mit Display-Anzeigen auf verschiedenen Webseiten, die der User im Anschluss besucht, erinnern Sie ihn an das von ihm angesehene Produkt, Sortiment und Ähnliches, um ihn zu einer Handlung zu animieren.

Remarketing findet erst nach einem bestimmten Zeitraum statt, während das Retargeting unmittelbar nach der Aktion des Besuchers umgesetzt wird, wie der Versand von Abbrecher-Mails, da die emotionale Verbindung noch sehr hoch ist. In Bezug auf die technische Seite nutzten Sie beim Remarketing Ihre Mailinglisten, während beim Retargeting Cookies zum Einsatz kommen, um Nutzer im Internet zu folgen und die Anzeigen auszuspielen.

Generell gilt also: Remarketing ist effektiv, um Kunden zu einem Kauf zu bewegen, wenn dieser bisher nicht abgeschlossen wurde und die Beziehung zu Bestandskunden zu vertiefen. Retargeting dagegen zeigt seine Qualitäten, um die Aufmerksamkeit von Interessenten zu gewinnen, die Ihre Webseite bereits besucht, aber keine Conversion durchgeführt haben. Sie können die Strategien parallel nutzen, um die Kundenreise beider Zielgruppen zu unterstützen und die Gesamteffektivität zu maximieren.

Grafische Darstellung eines Vergleiches zwischen Remarketing und Retargeting

Remarketing und Retargeting: Der Datenschutz

Sowohl beim Remarketing als auch beim Retargeting müssen Sie sicherstellen, dass diese den Datenschutzrichtlinien entsprechen. Vor allem das Retargeting ist davon betroffen. Sie sollten auf jeden Fall stets offen Ihren Kunden gegenüber sein und klar aufzeigen, welche Informationen Sie sammeln und nutzen. Denken Sie auch an Opt-in-Möglichkeit für Retargeting-Anzeigen, damit Interessenten selbst darüber entscheiden können, ob Sie Werbeanzeigen erhalten wollen.

Entscheidend ist, dass Sie gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) handeln und sich stets die ausdrückliche Zustimmung der Nutzen einholen, bevor Sie personenbezogene Daten für Werbezwecke erheben und verarbeiten. Sammeln Sie am besten so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich und achten Sie bei der Datenübertragung und -speicherung auf eine hohe Sicherheit.

So gelingen Remarketing und Retargeting

Um Remarketing und Retargeting umzusetzen, können Sie auf unterschiedliche Tools zurückgreifen. Zu den bekanntesten zählen etwa Google Ads. Google Ads ermöglichen es Ihnen, Nutzer, die bereits Ihre Webseite besucht haben, über das Google Display Netzwerk und bei Suchanfragen auf Google gezielt wieder anzusprechen. Ähnlich funktionieren auch Facebook Ads, wobei Sie hier benutzerdefinierte Zielgruppen auf der Plattform ansprechen.

Wir von uptain unterstützen Sie beim Remarketing durch den Einsatz von Abbrecher-Mails, die auf dem intelligenten uptain® ALGORITHMUS basieren. Abbrecher-Mails richten sich an Nutzer, die den Kaufprozess abgebrochen haben, indem sie nach einer festgelegten Zeit automatisch eine personalisierte E-Mail erhalten. Die E-Mails, die hohe Öffnungs- und Klickraten aufweisen, sind mit Kaufanreizen, Supportlösungen und Call-to-Actions ausgestattet. Hervorzuheben ist dabei die personalisierte Kommunikation, die auf den Grund des Abbruchs und die individuellen Bedürfnisse des Nutzers eingeht.

Mädchen guckt auf ihr Smartphone. Rechts daneben der Schriftzug: Der smarte uptain-ALGORITHMUS einfach erklärt

Exit Intent Popups hingegen greifen ein, kurz bevor ein Besucher den Kaufprozess abzubrechen scheint. Personalisierte Inhalte, die auf das vom uptain® ALGORITHMUS erkannte Bedürfnis eingehen und mittels nutzerfreundlichem Mouse-Out-Trigger ausgelöst werden, schaffen einen sofortigen Anreiz, den Kauf doch noch abzuschließen. Die Inhalte eines Exit Intent Popups lassen sich individuell einstellen: von Rabattcodes bis zu zusätzlichen Services oder Support.

Gerne informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch umfassend über Ihre Möglichkeiten mit uns und dem Remarketing sowie Retargeting.

Autor_Harald Neuner

Artikelautor

Online Marketing + Content

Harald Neuner

Artikelautor

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Harald Neuner ist Co-Founder von “uptain”, der führenden Software-Lösung für die Rückgewinnung von Warenkorbabbrechern im DACH-Raum. Ein besonderes Anliegen ist es ihm, kleinen und mittleren Online-Shops Technologien zur Verfügung zu stellen, über die bisher vorwiegend die Großen im E-Commerce verfügten. Mit “uptain” ist ihm genau das möglich geworden.

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